Am siebten Tag sollst Du ruhen

Weihnachten ist auch Zeit für die Bibel

Ich höre irre gern den Podcast „Zeit Verbrechen“. Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin der Zeit, und ihre Schwester Johanna Haberer (Theologieprofessorin) bieten seit Anfang Dezember einen neuen Podcast an: „Unter Pfarrerstöchtern“. Der wird ebenfalls von der Zeit produziert und unter anderem auf Spotify angeboten.

In der ersten Folge ging es um die Schöpfungsgeschichte: Dass Gott die Erde, den Himmel, das Meer, die Tiere und die Menschen an sechs Tagen erschaffen hat, ist ja bekannt. Dass es in den USA die so genannten „Creationists“ gibt, die daran Wort für Wort glauben, ist auch bekannt. Am siebten Tag ruhte er. Mich haben die Worte nachdenklich gemacht.

Eigentlich können wir schon aus diesen wenigen Sätzen einiges lernen

Auch heute noch gibt es Religionen, die das mit der Ruhe an einem siebten Tag sehr ernst nehmen. Das Judentum beispielsweise. Und das mit der Ruhe hat in Israel durchaus Auswirkungen:

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Wenn Du am Shabbat im 12. Stock bist und der Aufzug in jedem Stockwerk hält, pingt und erst nach kurzer Pause weiterfährt, musst Du das zumindest zeitlich einplanen.

Aber was bedeutet das für uns?

Studien zeigen, dass wir innehalten müssen, um unsere Akkus aufzuladen. Wir müssen eine Pause haben, um kreativ sein zu können.

Und seien wir mal ehrlich: Wann haben wir uns das letzte Mal Zeit genommen, um einfach mal einem Tagtraum nachzuhängen? Wann haben wir die Wartezeit auf den Bus nicht am Handy verbracht, den Abend mit Netflix und Co gefüllt – ob wir auf das Programm Lust hatten oder uns nur berieseln lassen wollten.

Gute Ideen haben eine Heimat

Dass uns gute Ideen gerade in den Momenten dazwischen kommen, ist nicht verwunderlich. Bestimmt weißt Du, dass in Bad, Bett und Bus die besten Ideen kommen. Das ist gerade wegen des Leerlaufs so, gerade weil wir dort relativ Belangloses machen. So müssen wir nicht darüber nachdenken, wie wir uns unter der Dusche einseifen. Im Bett können wir hoffentlich abschalten und im Halbschlaf kommen oft fantastische Einfälle. Und im Bus? Beobachten wir Menschen, zeichnen wir mit den Augen den Verlauf der Regentropfen am Fenster nach, träumen wir.

Und noch etwas können wir leben

Nicht nur, dass selbst Gott sich ausruhen musste. Er lebt Selbstliebe. Sabine Rückert und Johanna Haberer erzählen, dass jeder Tag mit den Worten „und Gott sah, dass es gut war“ abgeschlossen wird. Wie cool, da ist der, der das alles erschaffen hat, der unser ganzes Umfeld aus dem Nichts gemacht hat, und er lobt sich selbst. Jeden Tag. Und dann nimmt er sich einen Tag frei.

Das will ich in den kommenden Tagen auch wieder mehr machen. Ja, wir putzen und streichen das Haus. Aber wir ruhen auch aus. Und wenn die Küche eingeräumt ist und die erste Farbschicht hält, lobe ich mich selbst.

Und Du?

Ein Gedanke zu “Am siebten Tag sollst Du ruhen

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