Auf ein Käffchen mit Saskia von der Osten

Kaffee ist gut. Interessante Gesprächspartner zum Kaffee sind noch besser

Parallel zur Leipziger Buchmesse 2018 erschien im März der Debütroman „Und immer du“ von Saskia von der Osten im Masou Verlag. Für mich Anlass, bei einer Tasse Kaffee mit der Autorin über Freudentänze, Musik und Seelenverwandtschaften zu sprechen.

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Liebe Saskia,“Und immer du“ ist Dein erster Roman. Du hast mir erzählt, dass Du aktuell schon an den nächsten Geschichten arbeitest. Kannst Du Dein Gefühl beschreiben, als Du Dein Buch das erste Mal im Laden gesehen hast?

Ich dachte nicht, dass es mein Buch als unbekannte Autorin überhaupt in einen Laden schafft. Umso überraschter war ich, als mir meine Schwester eine Sprachnachricht schickte, in der sie begeistert erzählte, eine Bekannte habe mein Werk in der Buchabteilung vom Globus ergattert. Ich fiel aus allen Wolken und rief mit zitternden Händen sofort dort an, um zu fragen, ob noch Bücher da sind. Und tatsächlich: Eins hatten sie noch da. Ich musste da hin. Sofort! Mir war nicht klar, ob ich den Laden in der Aufregung unbeschadet erreichen würde, deshalb bat ich eine Freundin, mich hinzufahren. Schon aus der Ferne entdeckte ich mein Cover zwischen den anderen Büchern, bekam sofort schwitzige Hände, mein Herz pochte und ich führte einen Freudentanz auf. Kunden und Verkäufer blickten mich verwundert an, aber das war mir egal. Mein Baby! Mein Baby in einem Laden! Unfassbar! Natürlich musste ich sofort Fotos machen und sie auf Facebook und Instagram posten. Mich begleitete noch Tagelang ein Hochgefühl, als wäre ich frisch verliebt. Besser kann ich es wirklich nicht beschreiben. Das nächste Highlight folgte erst vor wenigen Tagen, als ich in einer Buchhandlung kostenlose Lesezeichen auslegen wollte und die Filialleiterin meinte „Wir können diese auch gerne direkt zum Buch legen“ und ich so „Wie jetzt… Sie haben das da!?“ – Wo mein Buch überall ausliegt, weiß ich nicht. Wenn ihr es also irgendwo entdeckt, schickt mir gerne ein Foto, das erfüllt mich mit unglaublichem Stolz!

Ich habe Deinen Roman als Krimi gelesen. Hand auf’s Herz: Wie sehr hast Du beim Schreiben damit gespielt, Deine Leser auf eine falsche Fährte zu führen?

Da warst du nicht die erste/einzige, die eine Krimi/Thriller-Richtung vermutete. Falsche Fährten legen macht Spaß, vor allem wenn ich anhand des Feedbacks merke, dass es mir gelungen ist. Ich möchte den Leser gerne zum Nachdenken bringen und ihn dann überraschen. Ich hoffe, das gelingt mir auch in den anderen Büchern. Hiervon ausgenommen sind natürlich die Spin-off Bücher – da kennt man die Handlung dann ja schon und ich kann den Leser „nur“ mit weiteren interessanten Hintergrundinfos und den Gedankengängen des anderen Protagonisten überraschen.

Wie bist Du auf die Idee der Seelenverwandtschaft gekommen? Kannst Du das kurz erklären?

Jeder von uns hat mindestens einen Seelenverwandten. Davon bin ich überzeugt. Ich hab selbst viele Dinge erlebt oder durch andere Menschen erfahren, die man mit Wissenschaft einfach nicht erklären kann. Das verarbeite ich in meine Geschichten. Die Fünfte, an der ich momentan schreibe, hat nichts mit Spiritualität zu tun. Ich denke, es in vier Büchern zu thematisieren, reicht fürs erste.

Musik ist Dir arg wichtig, das merkt man auch „Und immer du“ an. Du hast sogar eine eigene Spotify-Playlist erstellt. Was hörst Du beim Schreiben?

Ohne Musik geht gar nichts. „Ich bin musiksüchtig“, gibt auch Michaela im Roman zu. Zum Schreiben hab ich verschiedene Playlists angelegt: chillig, fröhlich, traurig, aggro, sexy und piano instrumental. Je nach Szene lasse ich diese dann laufen. Manchmal höre ich ganz bewusst die Musik laut mit Kopfhörern, schließe die Augen und tauche in die Dialoge und Handlungen ab. Ich sehe das wie einen Film vor mir, wie eine Erinnerung, die ich beeinflussen kann. Nicht selten fließen dabei auch mal Tränen. Ich will dem Leser das Gefühl vermitteln, die Geschichte wäre wirklich wahr, als hätte ich sie tatsächlich erlebt und erzähle sie nach. Und das kann ich mit Hilfe der Musik am besten umsetzen.

Wie suchst Du die passende Musik zur Geschichte aus?

Ich verbringe sehr viel Zeit mit Musik hören, ständig auf der Suche nach neuen Songs, die mich inspirieren, sei es vom Text oder von der Melodie her. Oder einfach die Stimmung, die sie in mir hervorrufen. Wie vorhin beschrieben, wird das Lied dann in der Playlist abgespeichert, diese exzessiv gehört und wenn ein bestimmter Song meiner Meinung nach besonders gut zur Szene oder zur gesamten Story passt, verschiebe ich es in die Playlist für den Buch-Soundtrack. Am Ende sortiere ich nochmal aus, damit es nicht zu viele Titel sind. Dabei lese ich die Abschnitte, höre den jeweiligen Song (wenn nötig auch in Dauerschleife). Kommen die Szenen dann echt und emotional genug rüber, bleibt der Song in der Playlist[Spotify]. Wenn nicht, fliegt er raus. Ich hoffe, meine Leser können durch die Musik die Gefühle der Protagonisten noch besser verstehen und in die Geschichte richtig eintauchen, genau wie ich es getan habe und immer wieder tue – ja, auch ich lese hin und wieder mein Buch sehr gerne…

Danke für Deine Einblicke, Saskia. Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

Saskia von der Osten

Saskia von der Osten wurde 1986 im heutigen Weltkulturerbe Regensburg geboren, ist in Nittenau groß geworden (wobei man bei 153 cm nicht wirklich von „groß“ reden kann) und lebt nach wie vor im schönen Bayern. Schon im Teenageralter schrieb sie Theaterstücke, Gedichte und Songtexte zu Anlässen wie Geburtstagen und Hochzeiten im Familien- und Freundeskreis. Wenn sie nicht gerade an Romanen tippt, haut sie auf Schlagzeugen herum, spielt Klavier, hinterlässt mit Acrylfarbe Spuren auf Leinwänden und knipst wahnsinnig gern mit der Kamera.

Meine Rezension von „Und immer du“ findest Du hier. Saskia von der Ostens zweiter Roman „Und immer wieder du“ erscheint im September 2018. Und wenn Du nicht abwarten kannst, mehr zu erfahren, findest Du hier eine Leseprobe.

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