Wie Musik bei Angst hilft

Wibke ist Präsentations-, Stimm- und Persönlichkeitstrainerin. Sie ist außerdem diplomierte Opern-, Konzert- und Liedsängerin. Ich könnte ihr stundenlang zuhören, denn sie hat eine unglaublich klare und deutliche Aussprache – das ist auch in meinem Metier der Kommunikation nicht selbstverständlich. Hör unbedingt mal in ihre Stories auf Instagram rein, das macht richtig Spaß!

Doch Stimme ist nicht alles. Auf ihrem Stimmig-Blog zeigt Wibke Atemübungen, gibt Tipps gegen Lampenfieber und für eine bessere Haltung. Wibke trainiert mit Dir, wie Du bei Präsentationen nicht nur inhaltlich sondern auch mit Deinem Auftritt brillierst. Und ab dem 23.12. kannst Du an ihrem Rauhnächte-Slowdown teilnehmen, um zwischen den Jahren wirklich abzuschalten.

7 Gründe, warum jetzt genau die richtige Zeit fürs Singen und Pfeifen ist!

Ich weiß nicht, ob Du dunkle Kellertreppen kennst. In meinem Kindheitshaus gab es so eine Treppe ins Untergeschoss und einen dunklen, kalten Keller dazu. Als Kinder haben wir uns fast in die Hose gemacht vor Angst, wenn wir abends noch einen Apfelsaft aus dem Keller holen wollten. Mein Bruder ist dann irgendwann immer laut krakeelend und vor sich hin singend in den Keller gegangen- ich hab ihn dafür bewundert! Und es hat gewirkt, irgendwann hatte er gar keine Scheu mehr davor. Heute weiß ich, dass er genau das Richtige gemacht hat. Wusstest Du, dass man nicht gleichzeitig singen und Angst haben kann?

Als Stimmtrainerin erkläre ich mir das folgendermaßen:

  1. Um zu singen musst Du Deine Körperspannung erhöhen. Das wiederum stärkt Dein Selbstbewusstsein, lässt Dich selber stärker fühlen.
  1. Um zu singen, vertiefst Du Deinen Atem. Du brauchst mehr Luft zum Singen als zum Sprechen, das heißt, Du holst tiefer Luft. Das wiederum bewegt dein Zwerchfell. Dein Zwerchfell ist Dein Hauptatemmuskel. Wenn Du Angst hast, spannen sich Deine Muskeln an, also hält auch Dein Zwerchfell fest. Wenn Du das dann durch die vertiefte Atmung löst, löst Du gleichzeitig auch die Anspannung aus den anderen Muskeln, Du nimmst dann zum Beispiel auch wieder Deine Schultern runter. 
  1. Wenn Du singst, spürst Du Dich besser. Deine Atmung vertieft sich, Dein Zwerchfell bewegt sich, Du brauchst Körperspannung, all das lässt Dich Deinen Körper besser spüren. Und Deine Angst existiert vor allem im Kopf. 
  1. Singen ist ausatmen! Und zwar langes Ausatmen. Ausatmen beruhigt Dein System. Das reagiert nämlich instinktiv auf Gefahr mit schneller, flacher Atmung. Wenn damals ein Säbelzahntiger vor Dir stand, konntest Du weglaufen oder kämpfen. Für beides brauchst Du Sauerstoff in Deinen Muskeln. Deswegen geht der Atem dann schneller. Wenn Du jetzt gegensteuerst, also lange und ausführlich ausatmest, dann denkt Dein System: „Äh, wenn sie so atmet, kann da kein Säbelzahntiger stehen. Sonst würde sie NIE so atmen. Dann habe ich wohl eine falsche Information, zum Beispiel vom Auge, erhalten. Dann kann ich mich ja wieder entspannen.“ Und Singen ist nichts anderes, als langes und ausführliches Ausatmen.
  1. Du kannst auch pfeifen. Oder lange auf ffff ausatmen. Das funktioniert auch. Doch Singen ist am effektivsten, denn Du produzierst nachweislich Glückshormone, wenn Du singst! Hast du mal in einem Chor gesungen? Deswegen fühlst Du Dich danach so happy und voller Energie! Das sind die Hormone! Und auch die machen Deinen Keller heller! 
  1. Du produzierst einen Laut, wenn Du singst oder pfeifst. So vermeidest du, allzu ängstlich auf andere Geräusche zu achten. Du versicherst Dir mit Deinem eigenen Laut, dass Du da bist und dass, in diesem Moment, alles in Ordnung ist! 
  1. Singen und pfeifen holt Dich immer ins Jetzt. Oft sind unsere Ängste, gerade, wenn es sich nicht „nur“ um einen dunklen Keller handelt, mit Dingen aus der Vergangenheit oder der Zukunft verknüpft. Durch dieses „Im-Jetzt-sein“ spüren und verstehen wir, dass wir hier und jetzt nicht in unmittelbarer Gefahr sind. 

Die Corona-Krise hat viele von uns in unseren Grundfesten erschüttert, dadurch haben sich viel Ängste und Sorgen verstärkt. Tu Dir, Deinen Freunden, Deiner Familie und vor allem Deinen Kindern einen Gefallen und singt und pfeift so oft wie möglich miteinander. 

Singt Weihnachtslieder. Pfeift Weihnachtslieder und lasst den anderen raten, um welches Lied es sich handelt. Musiziert zusammen (auch dabei beruhigt sich die Atmung und es holt mich ins Jetzt). Oder dreht Euren Lieblingssong auf, tanzt und singt gemeinsam. Seid albern. Lacht so oft es geht miteinander. Denn auch das Lachen ist Ausatmen und die perfekte Lockerungsübung für Dein Zwerchfell.
In diesem Sinne geh ich jetzt mal Weihnachtssongs hören und mitsingen- die richtig schönen Schnulzen! 🙂

Wir sehen uns in den Socials, 
Wibke

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