Eine Tasse Kaffee lang durch Deutschland

Dass Kaffee in den USA das Getränk der Patrioten ist, habe ich Dir im Sommer erzählt. Dennoch gehören die Amerikaner mit ihren knapp 146 Millionen Tassen Kaffe pro Jahr noch nicht mal zu den Top 10, die von den Finnen angeführt werden. In Deutschland ist Kaffee noch vor Bier und Wasser das Lieblingsgetränk.

Die Kaffeezubereitung im Handfilter. Quelle: Deutscher Kaffeeverband.

Das Lieblingsgetränk der Deutschen

In Deutschland ist Kaffee ein absolutes Lieblingsgetränk. Laut dem Deutschen Kaffeeverband tranken die Deutschen 2019 etwa 166 Liter Kaffee pro Kopf – das sind zwei Liter mehr als noch 2018. Diese zwei Liter entsprechen übrigens eine Milliarde Tassen Kaffee. Anfang 2020 mit Beginn von Corona in Deutschland ist der Kaffeekonsum weiter gestiegen, während er in Cafés und Bäckereien teilweise massiv abgenommen hat.

Fast 60 Prozent der Deutschen trinkt sogar mehrmals täglich Kaffee. Laut der Auswertung „Kaffee in Zahlen“ von brand eins Wissen, Tchibo und Statista von 2012 bereitet mehr als die Hälfte der Kaffeetrinker ihren Kaffee mit der Filterkaffeemaschine zu, gefolgt von der Padmaschine und dem Handfilter. Der Vollautomat schnurrt erst auf Platz vier der Statistik.

Kaffee als Wohlstandssymbol

Laut „Kaffee in Zahlen“ kostet eine Tasse Kaffee in Deutschland im Schnitt etwa 1,91 Euro. Doch wusstest Du, dass Kaffee historisch ein Symbol für Wohlstand war? Mit Beginn der Industrialisierung war Kaffee für wohlhabende Bürger ein Getränk wie heute. Ärmere Schichten ließen den ganzen Tag lang eine Kaffeesuppe köcheln, in die Brot eingeweicht wurde. Die Suppe sättigte, hielt wach und warm. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde Kaffee erneut ein Symbol dafür, sich wieder etwas leisten zu können.

Ein Blick in die Geschichte

Historisch gab es in Deutschland aber nicht nur den Kaffee aus der guten Bohne. Bestimmt kennst Du noch die (heute wohl) kultige Werbung für den vermutlich bekanntesten entkoffeinierten Kaffee: „Kaffee?“ – „Nein, Kaffee HAG“. Ein Ersatzkaffee hingegen ist gar nicht erst aus Kaffeebohnen hergestellt und hat daher naturgemäß schon kein Koffein. In meiner Kindheit war Malzkaffee recht populär, es gibt aber auch noch andere „spannende“ Zutaten. Kaffee Partner schreibt über die möglichen Zutaten für Muckefuck: „Von Löwenzahn, Dattelkernen, Feigen und Spargel bis hin zu Maiskörnern, Kartoffeln und Eicheln. Hauptsächlich werden jedoch als Hauptbestandteile Getreidesorten, wie Dinkel, Roggen und Gersten genutzt. Hinzu kommen noch die Zichorien.“ Wusstest Du, dass Anfang des 20. Jahrhunderts in Bad Dürkheim in der Pfalz ein Kaffeersatz aus Mandeln hergestellt wurde?

Blümchenkaffee zu Weihnachten

Und wenn Dir zu Weihnachten Kaffee im guten Service serviert wird, der recht dünn ist, ist es möglicherweise Blümchenkaffee. Hierbei kannst Du im Service die Blume am Boden der Tasse erkennen. Sollte der Kaffee noch dünner sein, also quasi Wasser mit Geschmack, könnte es Schwerterkaffee sein. Denn dabei sieht man beim Meißener Porzellan die gekreuzten Schwerter auf der Unterseite der Tasse durch. Und wenn er einfach generell nicht schmeckt? Dann ist es vermutlich Plörre (von der Tanke) oder Lorke.

Solltest Du noch eine lokale Rösterei suchst, willst ein kleines Unternehmen unterstützen und hast Lust auf richtig leckeren Kaffee, empfehle ich Dir Neue Zeiten. Nicole röstet selbst, hat einen wunderbaren Online-Shop und ich genieße täglich Schluck für Schluck ihre Bohnen im Kaffee-Adventskalender. Keine Werbung, selbstgekauft und eine Empfehlung von Herzen.

Wie trinkst Du Deinen Kaffee? Bohne oder Pulver? Pad oder Kapsel? Aus dem Vollautomaten oder der Filtermaschine? Aus der Aero Press, French Press oder Ibrik? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar.

3 Gedanken zu “Eine Tasse Kaffee lang durch Deutschland

  1. Liebe Carina,
    ja, ich liebe Kaffee auch. Meist schwarz, aber gern auch als Latte oder Cappucino. Ganz manchmal aromatisiert, wenn es mit mir durchgeht.
    Wir haben einen Vollautomaten, den wir sehr lieben. Allerdings finde ich, dass einige Pad und Kapselmaschinen ganz schön aufgeholt haben und was die Anschaffungspreise betrifft, eine sehr gute Alternative sind.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche,
    liebe Grüße
    Nicole

    Gefällt 1 Person

  2. Ich mag meinen Kaffee zur Zeit sehr aus meinem kleinen Vollautomaten, aber sonst auch gerne mal FrenchPress oder den Espressokocher auf dem Herd (wobei ich den nach dem Umzug nun tatsächlich suchen muss) . Ich habe mir gestern einen etwas teureren Kaffee für die Weihnachtszeit gegönnt und bin gespannt, wie er schmeckt
    liebe Grüße Gaby

    Gefällt 1 Person

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