Klarheit und Fokus im Schreiben: Mit Journaling durch die Weihnachtszeit

Weißt du noch, was du vor einem Jahr um diese Zeit gemacht hast? Plätzchen gebacken, Punsch gekocht, Geschenke gekauft, dekoriert und Weihnachtsfeiern über dich ergehen lassen – vielleicht nicht in dieser Reihenfolge. Aber hast du auch Kraft gesammelt, um gestärkt ins neue Jahr zu starten? Hast du geplant und dir Gedanken gemacht, was du im kommenden Jahr erreichen willst?

Wenn du so richtig im Dezember angekommen bist, ist genau jetzt die richtige Zeit, ein bisschen Energie zu investieren, um Platz für gute Gedanken zu machen. Das geht am besten schreibend – und zwar handschriftlich. Mit einem Journal (oder Tagebuch, aber dieser Begriff ist für viele wohl so angestaubt, dass er nur selten verwendet wird).

Du musst dafür übrigens nicht jeden Tag schreiben, ich werde dir jetzt keinen erhobenen Zeigefinger präsentieren. Ja, es gibt Gründe dafür, täglich in sein Journal zu schreiben. Aber es reicht auch, wenn du dir ein oder zwei Tage in der Woche Zeit nimmst, um deine Gedanken und Erlebnisse aufzuschreiben.

Warum Journaling? Fokus auf das Positive im Leben

Schreiben ist nicht nur gut für dich, wenn du einen Blog hast oder Marketing betreibst. Du kannst das Schreiben genauso für deine Persönlichkeitsentwicklung nutzen. Du reflektierst ganz bewusst deinen Alltag und deine Erlebnisse und du schreibst sie auf. Schon beim Reflektieren kann es sein, dass du die Perspektive erweiterst und dadurch Dinge anders bewertest. Du kannst dich auf ganz bestimmte Dinge in deinem Leben fokussieren und dadurch kraft und Selbstbewusstsein gewinnen.

Außerdem konservierst du die positiven Erlebnisse und Gedanken und kannst auch später noch damit arbeiten. Denn allzu oft vergessen wir unsere Erfolge und die schlechten Erlebnisse bleiben im Gedächtnis. Das ist genetisch bedingt, denn alle negativen – also gefährlichen – Erlebnisse mussten gespeichert werden, um das Überleben zu sichern. Daher solltest du aktiv dagegen arbeiten, was dein Gehirn da mit dir macht: Fokus auf das Positive!

journaling-klarheit

Journaling für mehr Klarheit und Fokus im Leben. Sehr kraftvolle Methode – besonders jetzt zum Jahresende.

Journaling zum Jahreswechsel: Das brauchst du dafür

Um mit einer produktiven Journaling-Routine zu starten, brauchst du nur ein schönes Notizbuch. Ja, ich sage ein schönes Notizbuch, denn wenn es dir so richtig gut gefällt, dann nimmst du es lieber zur Hand und das Dranbleiben fällt dir leichter. Außerdem brauchst du einen Stift, mit dem du gut schreiben kannst. Ob das ein Füller, Fineliner oder Bleistift ist, ist egal.

Und dann brauchst du noch eine gute Stimmung, ein bisschen Ruhe und vielleicht auch eine schöne Atmosphäre. Möglicherweise ist es für dich schön, eine Kerze anzuzünden oder leise Musik anzumachen. Mach einfach, was dir richtig erscheint. Oder leg einfach los.

Ich empfehle immer, ein Journal mit der Hand zu schreiben, auch wenn du ein digitaler Typ bist oder Ressourcen schonen willst. Der Zugang zu deinen Gedanken ist ein anderer, wenn du mit der Hand schreibst. Die Feinmotorik wird gefördert und es sind mehr Hirnregionen aktiv als beim Tippen am Laptop oder PC. Also: Meine Empfehlung ist klar: Papier und Stift.

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit: Eine Rückschau für 2019 schreiben

Die Ziele des Tagebuchschreibens sind also: Alltag sichtbar machen, Glück konservieren, Fokus verändern. Zufrieden sein mit dem, was da ist. Dadurch gewinnen wir neue Energie, die wir dann ins kommende Jahr übertragen können. 2019 ist jetzt fast zu Ende, daher ist dies eine gute Zeit, um zurückzuschauen. Und so geht’s:

  1. Nimm deinen Kalender von diesem auslaufenden Jahr 2019 zur Hand.
  2. Jetzt gehst du die Monate einzeln durch und erinnerst dich zurück, was in der jeweiligen Zeit passiert ist.
  3. Für jeden Monat schreibst du 3-5 Dinge auf, die gut gelaufen sind, auf die du stolz bist, die einfach schön waren. (Das kann ein toller Ausflug sein, die schöne Torte, die du zum Geburtstag deines Kindes gebacken hast, ein Erfolg in deinem Business, eine überraschende Anfrage oder Gelegenheit, eine Reise, ein schöner Abend mit deinem Partner oder deiner Partnerin, ein erfolgreiches Projekt, eine gute Entscheidung, etc.)
  4. Wie viel oder wie ausführlich du schreibst, liegt bei dir. Ich schreibe immer einen kurzen Text, aber vielleicht reichen dir auch Stichpunkte. Es kommt immer darauf an, wo für dich am meisten Kraft in den Worten liegt.
  5. Das machst du für jeden Monat – vielleicht hast du ja sogar schon schöne Erlebnisse im Dezember gesammelt.
  6. Am Schluss liest du dir alles, was du geschrieben hast, noch einmal durch. Schau mal, wie es sich anfühlt, auf so ein volles, gutes Jahr zurückzuschauen.

Dein Blick auf 2020: Wovon möchtest du mehr (und wovon weniger)?

Aus deinen Aufzeichnungen kannst du jetzt Vorhaben für das kommende Jahr ableiten. Welche Erlebnisse möchtest du mehr in deinem Leben? Und was kannst du dafür tun? Die schönen Abende mit der besten Freundin kannst du zum Beispiel vermehren, indem du dich regelmäßig mit ihr verabredest.

Auch hier geht es um Fokus, denn Zeitprobleme sind immer verkappte Prioritätenprobleme. Wenn du also etwas willst, musst du etwas dafür tun. Formuliere genau, was du tun wirst, um mehr von den schönen Erlebnissen in dein Leben zu bringen. Auch diese Prozesse solltest du schreibend konservieren, denn das bringt mehr Verbindlichkeit in deine Pläne. Es können also zwei Listen entstehen:

  1. Eine To-do-Liste („Ich werde im kommenden Jahr mindestens einen schönen Abend mit der besten Freundin anpeilen. Ich werde sie anrufen und einen Termin dafür ausmachen. Den ersten Termin werde ich noch in dieser Woche fest machen.“)
  2. Eine Not-to-do-Liste („Ich werde mich 2020 nicht mehr so viel von meinem Handy ablenken lassen. Ich werde nicht auf Social-Media-Nachrichten reagieren, wenn ich mit meinen Kindern, Freunden oder meinem Partner Zeit verbringe.“)

 

Journaling im Alltag: Eine Routine für mehr Fokus und Selbstbewusstein

Wenn du diese Erkenntnisse jetzt in deinen Alltag übertragen willst, kannst du dir zum Beispiel Erinnerungen schreiben, die du in deiner Wohnung oder in deinem Kalender platzierst. Solche Vorhaben zu visualisieren, kann sehr kraftvoll und motivierend sein. So wirst du immer daran erinnert, was du dir vorgenommen hast.

Vielleicht sagst du jetzt: „Ich möchte das aber nicht erst am Jahresende machen, sondern immer auf die schönen Erlebnisse in meinem Leben fokussieren!“ Dann kannst du natürlich auch eine Journaling-Routine für dich entwickeln, mit der du regelmäßig die schönen Erlebnisse fokussierst, nicht erst im Dezember. Möglich wären dann zum Beispiel ein Erfolgs-Journal oder Glücks-Tagebuch.

Wie auch immer du deine Journaling-Routine aufbaust – ich wünsche dir ganz viele tolle Aha-Effekte und Wow-Momente. Denn wir haben meistens mehr schöne Erlebnisse in unserem Leben, als uns bewusst ist. Nutz die Weihnachtszeit und schau, was da ist. So viel Fülle, für die du kein Geld ausgeben musst. Eine fröhliche Weihnachtszeit!

Die Autorin:

Anna Koschinski von Entspannt und zielgerichtet bloggen

Auf Facebook ist sie unter Anna Koschinski Blog zu finden. Sie twittert als a_koschinski über Content Marketing, Schreiben und Blog.

2 Gedanken zu “Klarheit und Fokus im Schreiben: Mit Journaling durch die Weihnachtszeit

  1. Liebe Anna
    Den Jahresrückblick habe ich letztes Jahr zum ersten Mal gemacht und habe gestaunt, was alles war. Deswegen habe ich in diesem Jahr mehr von den kleinen Dingen aufgeschrieben, die sonst untergehen. Bin schon gespannt was dabei rauskommt.
    Inge

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  2. Pingback: Adventskalender 2019: Ein Rückblick | Coffee to stay

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