Where’d you go, Bernadette: Der perfekte Winterfilm

Kennst Du das, wenn ein Film einfach genau richtig ist?

Wenn Du ihn nicht gesucht hast, aber er Dich gefunden hat? So ging mir das vor einigen Tagen mit Where’d you go, Bernadette. Auf internationalen Flügen schaue ich schon immer Filme, mit zunehmendem Alter und den Streaming Möglichkeiten, auch zu Hause einiges relativ schnell nach Veröffentlichung zu sehen, jedoch nicht mehr drei am Stück.

Auf dem Flug nach Georgia Ende November freute ich mich riesig darüber, dass Apollo 11 Teil des Flugunterhaltungsprogramms war, entdeckte aber zunächst diesen Film. Vielleicht ist er mir ins Auge gesprungen, weil Cate Blanchett auf dem Poster aussah wie Anna Wintour?

Schon die ersten Minuten haben mich in ihren Bann gezogen

Cate Blanchett (Bernadette) paddelt in einem Kajak in der Antarktis. Die Eisberge sind faszinierend und wunderschön anzusehen – die Szene strahlt eine große Ruhe aus. Kalt, klar und mit einer gar unendlichen Weite.

Im Film geht es um die Architektin Bernadette Fox, die mit ihrem Mann Elgie und ihrer Tochter „Bee“ in Seattle wohnt. Sie war einst eine gefeierte Star-Architektin, er ist das Wunderkind bei Microsoft. Bernadette versucht sich daran, ein eher Abbruchreifes Haus – wie Makler sicher sagen würden – „Haus mit Charakter“ zu einem gemütlichen Zuhause zu machen.

Sie hasst Menschen – was mitunter sehr unterhaltsam und nachvollziehbar ist – spricht jedoch fast ständig mit Manjula, einer virtuellen Assistentin in Indien, die ihr tägliches Leben quasi für sie plant. Einerseits weil es praktisch und irgendwie luxuriös ist, andererseits weil sie unter starken Angstzuständen leidet.

Die Magie des Films

„Bee“ wünscht sich eine Reise in die Antarktis – davon, dass es der Familie finanziell nicht ganz schlecht geht, hatten wir es zwischen den Zeilen ja schon. Und so sehr Bernadette Angst, panische Angst, hat, bemüht sie sich um die Organisation der Reise mit Manjula, da sie ihre Tochter sehr liebt und die beiden ein großartiges Team sind. (Hier sollte ich der Vollständigkeit halber dringend auch den zuckersüßen Golden Retriever Ice Cream erwähnen.)

Auf dem Weg des Films von Seattle zur Antarktis lernen wir die mysteriöse Bernadette in Rückblenden kennen und verstehen. Ihre architektonischen Ideen waren großartig und werden im Film dokumentarisch und über Zeichnungen dargestellt, eine aus meiner Sicht absolut geniale Lösung.

Filmische Wärme zwischen Eisbergen

Eine der Szenen, die aus meiner Sicht zum Nachdenken anregen, findet in einem Café statt – dieser Blog wäre nicht Coffee2Stay, wenn Kaffee so gar keine Rolle spielen würde. Bernadette spricht mit ihrem ehemaligen Kollegen und Freund Paul (Laurence Fishburne) über alles, was aus ihrer Sicht falsch gelaufen ist und was sie falsch gemacht hat. Sie redet und redet und redet. Und er hört einfach nur zu – das ist ja gesellschaftlich schon selten geworden, filmisch aber einfach nur wunderbar umgesetzt.

Der Film bietet jede Menge Denkanstöße. Was macht Dich aus? Wovon lässt Du Dich inspirieren? Was macht Dich kreativ? Was macht Dich wirklich glücklich? Was willst Du im Leben erreichen? Was macht Dich reich? Wie definierst Du Versagen? Aber vor allem: Über welche Schatten musst Du springen, um Deine Träume zu verwirklichen?

Mein Fazit: Ein Wohlfühlfilm für den Winter

Ich gebe Where’d you go, Bernadette 5 von 5 Eisbergen – allerdings mit der Einschränkung, das Buch von Maria Semple, auf dem der Film basiert, noch nicht gelesen zu haben.

3 Gedanken zu “Where’d you go, Bernadette: Der perfekte Winterfilm

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