Nachhaltig schenken

Es ist jedes Jahr das Gleiche

Von „wir schenken uns nichts“ über „ach ich hab doch schon alles“ bis hin zu „och weiß nicht“.

Und selbst wenn es nicht der hässlichste Pullover der Stadt ist, so bekommen wir doch oft auch mal Dinge geschenkt, die nicht direkt auf der mentalen Wunschliste standen. Dabei ist eh schon alles zuviel. Zuviel Stress, zuviel Geld für Dinge, die wir nicht brauchen (Black Friday, Cyber Monday, Superduper-Sonderangebot), zu viele Reste, zu viel Müll.

Und wie so oft beginnt alles mit guten Vorsätzen

Gesünder essen, die Tageszeitung öfter lesen, mehr trinken. Doch dann kommt das Leben dazwischen und das Gemüse wird schlecht im Kühlschrank, die Zeitung bleibt liegen und wenn wir das Wasser oder den Saft oder was auch immer getrunken haben, bleiben im besten Fall Mehrweg-Pfandflaschen über.

Wir haben zu viel

Und weil wir zuviel haben, verschwenden wir so viel. Nicht nur Geld für Unnötiges, aber auch Zeit. Wie oft scrolle ich nur mal kurz durch eine dieser unzähligen Shopping Apps, um zu sehen, was es heute so im Angebot gibt. Nicht, weil ich etwas brauche oder suche. Nur zum Zeitvertreib. In der Zeit könnte ich ein tolles Buch lesen, einen Kaffee mit Freunden trinken, spazieren gehen. Aber nein, ich scrolle. Und manchmal kaufe ich. Klar sind das dann Dinge, die mir gefallen. Aber ich hätte sie im Zweifel nicht gezielt gesucht.

Wie oft schauen wir Serien, weil nichts besseres kommt oder die Staffel fast vorbei ist oder nur noch diese eine Folge, bevor wir ins Bett gehen – im Zweifel deutlich später als gut für uns wäre…

Mehr Sinn stiften

Im Vergleich des gesamten Haushaltabfallaufkommens der 28 EU-Mitgliedsstaaten gehören laut Statista Deutschland, Italien und Frankreich zu den größten Verursachern.

Ich habe lange gedacht, dass alles ok ist, solange ich recycle. Ich sammle gerne Pfandflaschen. Hey, ich bekomme Geld dafür (zurück), dass ich genug Flüssigkeit zu mir nehme. Doch leider ist das nicht genug und wir müssen das Problem grundsätzlich minimieren.

Recyclingquote verschiedener Haushaltsabfallarten in Deutschland 2017 (Statista)

Unnötigen Müll zur Weihnachtszeit vermeiden

Ich bewundere Menschen, deren Jahresabfall in ein Weckglas passt. Aber ich weiß auch, dass ich das nicht von heute auf morgen umsetzen kann und jeder fängt mal klein (oder in diesem Fall mit viel) an. In der Weihnachtszeit fällt so viel unnötiger Extramüll an, den wir leicht vermeiden könnten.

In den USA alleine werden in der Vorweihnachtszeit 8000 Tonnen Geschenkpapier benutzt und – weggeworfen. Das entspricht dem Gewicht von 80 Prozent des Eiffel Turms.

Im nächsten Jahr werden wir unsere Flitterwochen in Japan verbringen. Ich habe den Eindruck, dass wir von den Japanern viel lernen können. Marie Kondo hat uns schon viel über Minimalismus gelehrt. Aber für die von uns, die sich nicht (sofort) von ihren Büchern und sonstigen Habseligkeiten trennen können oder wollen, gibt es noch eine andere Idee: Furoshiki.

Schenken nach japanischer Art

In Japan werden Geschenke traditionell in einem Furoshiki, einem quadratischen Tuch, verpackt. Die japanische Umweltministerin Yuriko Koike hat 2006 das so genannte mottainai furoshiki ins Leben gerufen. Mottainai bedeutet so viel wie dass es eine Schande wäre, etwas zu verschwenden, ohne sein Potenzial voll ausgeschöpft zu haben. Ihr Ziel ist es, die Tradition der Umwelt zuliebe wiederzubeleben.

Ich will dieses Jahr versuchen, meine Geschenke in Stoffen und Geschirrtüchern zu verpacken. So wird Papier nicht für ein kurzes Leben unnötig gedruckt, geknittert und weggeworfen. Und hoffentlich freuen sich die Beschenkten darüber, dass sie quasi zwei Geschenke in einem bekommen.

Lisa von Mein Feenstaub hat diese Woche eine tolle Anleitung gepostet, wie Du Furoshiki selbst nähen und verpacken kannst.

Meine Top 5 Geschenktipps, mit denen die Beschenkten unnötigen Müll vermeiden können:

  1. Ein kompakter Einkaufsbeutel (ich mag Envirosax)
  2. Ein faltbarer Strohhalm (zum Beispiel aus Edelstahl)
  3. Eine Wasserflasche für unterwegs (zum Beispiel aus Glas)
  4. Einen Kaffeebecher für unterwegs (ich schwöre auf Yeti und Dopper)
  5. Bücher in Stoff statt Plastik verpackt

5 Gedanken zu “Nachhaltig schenken

    • Ohnehin vorhandene Zeitung zu verwenden ist natürlich auch immer gut. Oft wird Geschenkpapier zwar mit Liebe (für teures Geld) gekauft und gefaltet, vom Empfänger aber zerrissen, zerknüllt und weggeworfen. Für ein paar Minuten ist das wirklich unnötig.

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