Völlig losgelöst erfinden

Erfindungen sind spannend. Wie gerne habe ich als Kind über Daniel Düsentrieb und seine aufregenden Ideen gelesen. Aber genau so wie eine Schwalbe allein keinen Sommer macht, macht eine einzige Idee keinen Erfolg. Die Umsetzung ist das Entscheidende.

Was uns eine kleine blaue Pille über Innovation lehrt

Seit 2011 untersuchen Forscher im Global Startup Ecosystem Report von „Startup Genome“ weltweit, was Unternehmensgründer mitbringen müssen, um sich behaupten zu können. Im April 2018 erschien der neueste Report. Ziel von „Startup Genome“ ist es, mit ihren Erkenntnissen Start-up-Unternehmen dabei zu unterstützen, erfolgreich zu werden. Zu den Ergebnissen gehört unter anderem, dass eine gute Idee bei der Umsetzung Spezialisten braucht. Start-ups brauchen ein Ökosystem, in dem sie wachsen können. Und manchmal brauchen ihre Gründer (wie wir alle) die Erkenntnis, dass eine gute erste Idee nicht immer die beste Idee sein muss. Manchmal kann eine Abwandlung der ersten Idee viel erfolgreicher sein.

Denken wir hierbei einmal an die kleinen blauen Pillen der Männerwelt. Wie viel kraftloser wären die Schlafzimmer, wenn nicht ein großer amerikanischer Pharmakonzern zu Bluthochdruck geforscht hätte. Als die Nebenwirkungen deutlich wurden, wurde (der Überlieferung eines ehemaligen Mitarbeiters nach) auch dem Pharmakonzern klar, dass mit der „Nebenwirkung“ deutlich mehr Geld gemacht werden kann als mit einer Bluthochdruck- und Angina-Pille. Die Pharmaindustrie kann eben auch nicht aus ihrer Haut.

Schieß mich doch zum Mond, denn ich hab eine Idee

Letztes Jahr habe ich das Johnson Space Center in Houston, Texas besucht. Das hat mich als Space-Nerd begeistert und nachhaltig beeindruckt. Die NASA bereitet sich aktuell auf ihre Marsmission vor. Wenn Du Der Marsianer* gelesen oder den Film* dazu gesehen hast, weißt Du, wie weit weg der rote Planet ist. Und dass da nicht unbedingt viel wächst. Die „Reise“ dorthin dauert drei Jahre. Da auch die NASA sparen muss beziehungsweise nicht unnötig viel Geld ausgeben kann, forscht sie dazu, was und wie man recyclen kann.

Deutschland wird international als Recycling-Nation gesehen, ich finde aber, dass hier noch viel Luft nach oben ist – gerade was Müllvermeidung angeht. Wieso haben wir beispielsweise noch immer diese blöden Plastiktüten an der Gemüsetheke? Die, die noch nicht mal zur Zweitverwendung im Badmülleimer taugen? Bei der NASA wird dazu geforscht, was alles recycelt werden kann. Selbst Urin kann gefiltert und später zu Trinkwasser aufbereitet werden. Ja, ich finde den Gedanken auch eklig. Aber die Möglichkeiten faszinieren mich doch.

Auf der Internationalen Raumstation ISS werden nun 3D-Drucker getestet. Zukünftig soll es damit möglich sein, je nach Bedarf Werkzeuge drucken zu können. Sobald diese nicht mehr benötigt werden, werden sie zermahlen. Aus diesem Mehl als Grundlage können dann neue Werkzeuge gefertigt werden. Ist das nicht genial?

Grüner Daumen im Schatten

Mindestens ebenso genial sind die Versuche, Gemüse und Kräuter ohne Sonnenlicht anzubauen. Das wiederum erinnert an den Marsianer. Ich stelle mir eine Zukunft vor, in der wir auf genau solche Versuche zurückgreifen. Das Veggie Project (ja, das heißt wirklich so) vom Kennedy Space Center in Florida probiert aus, wie es realisiert werden kann, dass Astronauten echten Salat mit Tomaten und Paprika und eben nicht nur grünen Blättern essen können. Bisher war es so, dass frische Lebensmittel nur in einer jeweils neuen Lieferung an die ISS verfügbar waren. Bei einer Lieferzeit von drei Jahren ist das natürlich nicht möglich. Der so genannte „Astronautengarten“ wird von NASA-Wissenschaftlern zusammen mit Menschen aus Florida getestet.

Ich will mir daran ein Beispiel nehmen. Dieses Jahr wollen wir versuchen, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und zu überlegen, wie viel Verpackungsmüll wir eigentlich wirklich mitmachen müssen. Hast Du Ideen, was wir besser machen können? Gehörst Du vielleicht zu denen, die kaum Müll produzieren? Wie schaffst Du das?

 

 

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