Das Glück an Regentagen

Ein Buch über Wetter, über Hoffnung und über die Liebe – und über meine zweite Heimat

Ich hatte großes Glück und habe im Oktober 2017 ein Bücherpaket vom Rowohlt Verlag gewonnen. Darin war unter anderem „Das Glück an Regentagen“ von Marissa Stapley. Das Cover ist wunderschön und auf der Umschlaginnenseite ist eine gezeichnete Landkarte. Der Roman spielt in Alexandria Bay am St.-Lorenzstrom an den Thousand Islands. Die, nach denen das Salatdressing benannt ist. Und weil ich im Herbst endlich wieder nördlich des St. Lorenzstroms sein werde, habe ich mich riesig darauf gefreut, den Roman zu lesen.

Es gibt… Wetter

Im Buch geht es um Menschen, klar. Aber es geht auch um Wetter. Um Regen. Ich mag Regen. Ich mag ihn dann, wenn Wochenende ist, ich nichts mehr vorhabe und der Regen an meine Fensterfront trommelt. Wenn die Blitze kurz alles erleuchten. Wenn der Donner grollt. Wenn es richtig kracht.

Ich mag ihn auf meinem Lieblingslesesessel mit einem guten Buch und einer großen Tasse Kaffee oder heißer Schokolade. Natürlich mag auch ich ihn nicht, wenn ich gerade zu einem Termin hetze, mir die Pfützen an der Hose hoch springen und sich die Frisur noch mehr lockt als ohnehin schon.

Doch Marissa Stapley hat mir auch ein bisschen die Augen geöffnet. Nicht so platt wie „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ weist sie auf all die Möglichkeiten hin, die Regen uns bietet. Jedes Kapitel lässt sie mit einem neuen Regentipp starten. Das fand ich toll, vor allem als ich irgendwann von den einzelnen Tipps den Bogen zum restlichen Buch schlagen konnte.

Es gibt Hoffnung

Wenn wir ehrlich sind, sind wir alle schon einmal enttäuscht worden. Von der Liebe, von der Arbeit, von den eigenen Erwartungen – naja, und vom Wetter sowieso. Im Buch tummeln sich geradezu die Protagonisten, die sich Hoffnung wünschen und die, die sich und andere anlügen, um Hoffnung zu schaffen oder zu geben. Es geht um Paare, die nicht mehr miteinander können. Um Paare, die mal miteinander konnten. Um Paare, die gerne wieder miteinander können würden. Insgesamt zieht sich eine ziemlich melancholische Stimmung durch das Buch. Immer wieder werden Geheimnisse gelüftet und entwickeln sich zu großen Enttäuschungen.

Es gibt Heimat

Ich stelle mir seit Jahren die Frage, was und vor allem wo Heimat ist. Auch die Protagonisten hatten damit zu kämpfen und mit den Fragen, wer dazu gehört, damit man zu Hause ist, was das Gefühl Heimat ausmacht, welche Erinnerungen zur Heimat gehören. Und zwar gute und schlechte gleichermaßen.

Im September habe ich 15-jähriges Klassentreffen. Ich freue mich riesig darauf, alte Weggefährten wiederzusehen und meine zweite Heimat wiederzusehen. Immerhin war ich drei Jahre in Ottawa zu Hause.

Es macht Lust auf Urlaub am St. Lorenzstrom

Natürlich bette ich meine Reise nach Ottawa in einen längeren Urlaub ein und besuche Montréal (eine meiner Lieblingsstädte) aber auch Toronto. Beim Lesen von „Das Glück an Regentagen“ habe ich mich mit viel Liebe und etwas Sehnsucht an meinen allerbesten Urlaub erinnert. Vor neun Jahren (Kinder, wie die Zeit vergeht!) bin ich mit dem Zug von Montréal nach Gaspé auf die Halbinsel Gaspésie in Quebec gefahren. Die liegt an den Appalachen und eben auch am St. Lorenzstrom. Die Reise mit dem Zug an diesem riesigen Fluss entlang war herrlich. Ich hatte ein kleines aber sehr gut durchdachtes Schlafabteil für mich alleine. Da es auf der Strecke etliche unbeschrankte Bahnübergänge gibt, hat der Zug immer wieder gehupt. Und jedes Mal in der Nacht habe ich vor lauter Aufregung, Neugier und Faszination das Rollo neben meiner Liege wieder hochgeschoben, um zu sehen, wo wir jetzt gerade sind und was es da zu sehen gibt. Frühstück und den letzten Abschnitt der Reise gab es im Panoramawagen. Leider wurde diese Zugverbindung im Jahr 2013 vorerst eingestellt, weil VIA Rail (das kanadische Pendant zur Deutschen Bahn) die Infrastruktur für zu unsicher für ihre Passagiere hält. Und die fällt in das Zuständigkeitsgebiet der Eisenbahngesellschaft von Gaspésie.

[Das beste Buch überhaupt über die Appalachen, den International Applachian Trail und diese Region am St. Lorenzstrom ist übrigens Alone in the Appalachians*.]

Wie dem auch sei – ich bin jetzt auch dank Marissa Stapley drauf und dran, eine andere Bahnfahrt zu buchen, die mich an einen ganz abgelegenen Ort im nördlichen Quebec bringt. First Nations Reservate, Seen und ganz viel Ruhe. Klingt das nicht wunderbar?

Mein Fazit

Marissa Stapley hat mir mit Das Glück an Regentagen* ganz viel Lust auf Kanada, Urlaub und Entspannung gemacht. Sie hat mir die Augen geöffnet, dass es eben doch kein schlechtes Wetter gibt, sondern alles eine Frage der Einstellung ist – ja gut, und der Kleidung halt auch. Am Anfang fand ich es ein bisschen schwierig, in die Geschichte reinzukommen und die Stimmung ist wahrlich von Melancholie geprägt, daher gebe ich diesem wunderbaren Roman 4 von 5 Ahornblättern. (Ja was denn sonst?!)

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