Über den Wolken: Hidden Figures (eine Rezension)

Eines meiner Highlights bei Flügen nach Nordamerika ist die Filmauswahl. Ich finde es immer kurios, wenn alles um nicht herum schläft. Ich erinnere mich an Flüge, bei denen ich drei komplette Filme gesehen habe…

Mein Leben als Astro-Nerd

Ich bin ein riesiger Weltraum- und NASA-Nerd. Als ich mit vielleicht 10 oder 12 Jahren mit meinen Eltern Urlaub in Florida machte und wir Cape Canaveral (damals musste ich bei dem Namen immer an Karneval denken) besuchten, war ein Traum geboren. Ich wollte das auch: ins All fliegen, den Weltraum sehen, schwerelos sein. Nun ja. Leider ist die ESA nicht die NASA. Und leider bin ich in Sachen Mathematik und Naturwissenschaften nicht über die Maßen begabt.Aber die Faszination bleibt. Immer wenn sich die Möglichkeit ergibt, besuche ich Planetarien (zuletzt Tycho Brahe in Kopenhagen), Sternwarten (ich hatte in der Schule Astronomie als Pflichtfach und hätte Lust, mich mal wieder mit der Sternkarte auseinander zu setzen) oder die NASA selbst. Nach Florida mit zwei Besuchen des Kennedy Space Centers folgte vor knapp fünf Jahren ein Besuch des NASA Ames Visitor Centers in Mountain View, Kalifornien. In knapp einer Woche fahre ich nach Houston.

Bildquelle: Foxmovies.

Der Film

Um schon einmal in die richtige Stimmung zu kommen habe ich auf dem Flug in die USA „Hidden Figures“ (auf Deutsch: Unerkannte Heldinnen) gesehen. Meine Mentee hatte mir den vor einer Woche als absolut sehenswert empfohlen, ohne überhaupt von meiner NASA-Faszination zu wissen. Als ich ihr daraufhin über Skype meine Lego-Box „Women of NASA“ zeigte, haben wir beide gelacht. Sie hat nicht übertrieben, der Film ist großartig.

„Hidden Figures“ erzählt die wahre Geschichte von drei farbigen (sagt man das noch so?) Frauen, die in den sechziger Jahren bei der NASA in Virginia arbeiteten. Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson. Sie alle waren im Hintergrund an der Mercury-Atlas 6 Mission „Friendship 7“, John Glenns Flug im Orbit beteiligt. Und ohne sie hätte diese dreifache Umkreisung der Erde, ein wichtiger Meilenstein im Space Race, nicht stattfinden können. Trotz „Brown v. The Board of Education“ [der Klage 1954, die in einigen US-Bundesstaaten Integration und damit das Ende der Rassentrennung in öffentlichen Schulen vorantrieb] war Virginia in den sechziger Jahren ein Staat, der in schwarz und weiß unterschied. Sei es bei den Plätzen im Bus, bei den Schulen oder bei den Toiletten. Zusätzlich mussten sich die Drei gegen Vorurteile gegen Frauen behaupten:

…So yes, they do let women do some things at NASA, Mr Johnson. And it’s not because we wear skirts. It’s because we wear glasses.

Das Fazit

Der Film hat einerseits die Botschaft, dass es durchaus möglich ist, seine Ziele zu erreichen, egal wie schwer das sein mag. Er zeigt auch, dass Engagement über das normale Maß hinaus nicht unerkannt bleibt und bleiben kann. Und dass große Ziele nur erreicht werden können, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Und letztlich kann ein Ziel nur erreicht werden, wenn es vorher visualisiert wurde:

„So you think we can fly to the moon?“ – „We’re already there.“

„Hidden Figures“ ist ein Film, der glücklich macht, der uns daran erinnert, dass Talent nicht verborgen bleiben kann und der mit seinem ziemlich coolen Soundtrack von Hans Zimmer und Pharell Williams gute Laune zaubert.

Ganz klare Empfehlung: Der Film bekommt fünf von fünf Astronauten.

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