Am zwanzigsten Tag kam Knut

Knut? Was denn für ein Knut?

Du kennst Knut. Der etwas aufdringliche Schwede, der Dir auf allen Kanälen (Radio, Fernsehen, Online und gedruckt) erzählt, dass Du Deinen Weihnachtsbaum nicht zu früh und nicht zu spät aus dem Fenster werfen sollst. Und dass IKEA Sonderangebote hat. Gut, der Sprecher heißt nicht wirklich Knut. Vielleicht Göran [Jö-Ran], Kalle oder Bengt? Nein, er heißt Ola Jannhov und ist wirklich Schwede. Und wenn Du mal hören willst, wie der auf Schwedisch klingt, kannst Du das auf seiner Sprecherseite tun. Vielleicht verstehst Du dann auch, warum ich die schwedische Sprachmelodie so sehr mag.

knut_bei_ikea

Quelle: IKEA.

Der zwanzigste Tag und Knut

Anders als in den meisten Ländern geht die Weihnachtszeit in Schweden nicht von Heiligabend bis Drei Könige (also 13 Tage) sondern eine Woche länger. Der St. Knut-Tag ist der zwanzigste und damit letzte Tag der Weihnachtszeit. In Schweden, Norwegen und Finnland wird er am 13. Januar gefeiert. In Schweden heißt er tjugondedag jul (wörtlich: der zwanzigste Weihnachtstag) oder tjugondag Knut (wörtlich: zwanzigster Tag Knut). Am St. Knut-Tag werden die Bäume geplündert, das nennt sich Julgransplundring, die Plünderung des Weihnachtsbaumes. Kennst Du das noch, als man den Baumschmuck nach dem Abschmücken endlich essen durfte? Ob man darauf nach zwanzig Tagen noch scharf drauf ist, ist eine andere Frage.

Knut gestern und heute

IKEA nennt es Knut, wenn wir mit Post-Weihnachts-Sonderangeboten gelockt werden. Der Name des St. Knut-Tages hingegen geht vermutlich auf Knut IV dem Heiligen zurück, König von Dänemark von 1080 – 1086 [der auf Dänisch übrigens Knud heißt]. Er wurde 1086 von Rebellen in einer Kirche erschlagen und gilt deshalb als Märtyrer. Später wurde er als erster Däne heilig gesprochen. Die Katholische Kirche erkannte Knut IV im Jahr 1101 als Schutzpatron Dänemarks an. Einigen Quellen zufolge hatte er angeordnet, die Weihnachtszeit auf zwanzig Tage bis zum 13. Januar zu verlängern. Andere Quellen behaupten, dass er am 13. Januar 1086 getötet worden sei.

Der St. Knut-Tag ist übrigens nicht mit dem dänischen Knudsdagen zu verwechseln, dem Gedenktag für seinen Neffen Knud Lavard an dessen Todestag, dem 07. Januar. Er wurde 1169 heilig gesprochen. Es ist auch in Schweden nicht ganz sicher, ob der Tag nicht vielleicht doch nach Knud Lavard bekannt wurde.

Wie dem auch sei: Plünder den Baum, wirf ihn in mehr oder weniger hohem Bogen aus dem Fenster oder (besser) trag ihn zur örtlichen Sammelstelle, iss die Deko oder die letzten Plätzchen. Und wer keine mehr im Haus hat, dem empfehle ich dann doch einen Besuch bei IKEA. Da gibt es nämlich Havreflarn, die großartigen schwedischen Haferkekse. Und Ola Jannhov kennst Du jetzt ja auch. Außerdem ist Knut: Servietten und Kerzen brauchst Du eh. Und Regale für all die Bücher, die unter Deinem Weihnachtsbaum lagen.

 

 

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