Klingt komisch, ist aber lecker

Die Anti-Prenzlschwäbin und der Thermomix

Als ich vor fast sieben Jahren den umgekehrten Weg der Prenzlschwaben antrat, lernte ich einige neue Wörter aber auch neue Dinge kennen. Als ich in den Süden zog, hatte ich vom Thermomix noch nie was gehört. Und von Vorwerk kannte ich nur den Kobold. Mit dem saugte meine Mutter seit einer halben Ewigkeit und das grüne Biest war offenbar total unkaputtbar.

Mit dem Thermomix kann man kochen, Teig kneten, Gemüse dämpfen und Likörchen machen. Gut. Sein Preis ist übrigens der Rechnung gewordene Beweis, dass der Schwabe mitnichten knauserig oder gar geizig ist. Vielmehr spart der Schwabe, um das hart erarbeitete Geld in Immobilien, Autos und Thermomix sowie andere Luxusgüter zu stecken.

Briegelschmiere und die schwäbische Seele

Was ich auch kennen lernte, war Briegelschmiere. Bis heute finde ich den Begriff nicht sonderlich attraktiv, mich erinnert das immer an Vorsorgeuntersuchungen ab Mitte 30. Aber Briegelschmiere ist toll. Sie ist schnell zusammengerührt, sie kann gut vorbereitet werden und man kann sie auch einfrieren.

Ein Briegel, wahlweise auch Priegel oder eine Schwäbische Seele, ist ein knuspriges, relativ hartes, Gebäck, das hauptsächlich im Ostalbkreis verbreitet ist. [Ich leite mir den Namen aufgrund der Härte des Gebäcks auch gern von Prügel her ;-)] Man kann natürlich auch jede andere Brötchensorte nehmen, insbesondere diejenigen, die nicht im Ostalbkreis leben.

Die „Briegelschmiere“ ist tatsächlich die Kombination von Aufstrich und Gebäck. Für meine auswärtigen Besucher nenne ich es auch gern „so eine Art schwäbische Pizza“. Sie taugt als Umzugshelfer-Verpflegung, als Abendessen, als Snack oder auch als Finger Food bei Parties. Ein Allrounder der schwäbischen Küche – einfach, günstig und lecker.

Thermi macht Abendbrot

Wir Neu-Schwäbinnen machen das so nebenher im Thermomix, selbstverständlich kann man Briegelschmiere auch mit einer anderen Küchenmaschine oder einem Handmixer mischen. Gleichzeitig heizt der Ofen vor. Dann wird der Aufstrich mit viel Liebe auf das Backwerk der Wahl gestrichen und im Ofen überbacken. Nun noch ein paar frische Kräuter dazu – voilà. [Kleiner Tipp: Kurz warten, ich weiß nicht, wie oft ich mir schon den Gaumen an Briegelschmiere verbrannt habe. Aber es ist halt auch so lecker und ich eben ziemlich ungeduldig…]

Das Rezept

(für sechs Schwaben – original oder neig’schmeckt)

  • Briegel oder andere Brötchen
  • 400 g Kochschinken, gewürfelt
  • 400 g Käse, gerieben
  • 2 Becher Schmand oder Saure Sahne
  • 100 g Butter, geschmolzen
  • etwas Schnittlauch zur Deko
  • etwas Vegeta oder andere Gewürze nach Geschmack 

Ofen auf 180°C vorheizen, Umluft.

Alle Zutaten in einer großen Schüssel oder mit der bevorzugten Küchenmaschine vermengen.

Aufstrich auf die Briegel verteilen.

Backen.

Genießen.

Das Rezept ist ein Familienerbstück meiner Freundin Jenny – und sie hat mir erlaubt, es mit Euch zu teilen. Vielen Dank dafür!

Kennt Ihr andere Versionen von Briegelschmiere? Gibt es bei Euch auch so ein regionales Party-Rezept?

 

 

 

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