Spielerisch: Das Fundament der Ewigkeit

Zusammen mit Lesejury und dem KOSMOS Verlag durfte ich in den letzten vier Wochen das Spiel „Das Fundament der Ewigkeit“ zum neuen Roman von Ken Follett testen. Natürlich habe ich dazu meine beiden Lieblings-Knobler an den Spieltisch gebeten, mit denen ich schon das ein oder andere EXIT-Spiel von KOSMOS gelöst habe.

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Die Eckdaten:

Das Spiel ist für 2-4 Spieler ab 12 Jahren konzipiert und soll knapp 90 Minuten dauern.

Zum Spielmaterial gehört ein Spielplan, acht Spielscheiben (zwei pro Spieler) aus Holz, 16 Handelshäuser in den vier Spielerfarben aus Holz, 24 Würfel in sechs Farben aus Holz, 30 Religionssteine aus Holz in drei Farben, 80 Spielkarten, 56 Warenplättchen, 28 Vorteilsplättchen, 16 Schutzplättchen, vier Abdeckkreuze, zwei Fackeln und ein Startspielerzeichen.

spielanleitung

Der erste Eindruck:

„Das Fundament der Ewigkeit“ ist ein relativ komplexes Strategiespiel. Es gibt sehr viel Spielmaterial und Spieler, die das erste Mal das Spiel angehen, brauchen viel Geduld. Die Regeln sind anfangs ziemlich komplex, nach dem zweiten Spiel wurden wir besser. Gewonnen habe ich trotzdem bisher noch nie – das ist gegen die beiden aber auch schwierig.

Einer unsere Mitspieler hat eine Rot-Grün-Sehschwäche. Ihm fiel es teilweise schwer, die Spielsteine auseinander zu halten. Wir alle hatten bei beginnender Dämmerung Probleme dabei, den braunen vom violetten Würfel zu unterscheiden.

spielplan

Worum geht es?

England, 1558. Die fiktive, von Ken Follett geschaffene, Kathedrale von Kingsbridge („Die Säulen der Erde“) nimmt einen Großteil des Spielplans ein. Zusätzlich finden wir die Orte Paris, Antwerpen und Sevilla. Auf dem europäischen Kontinent toben Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten.

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Wie wird gespielt?

Jede Spielrunde ist ein Jahr, das wiederum in zwei Halbjahre geteilt ist. Der Startspieler beginnt das erste Halbjahr, alle Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Dann beginnt der Startspieler das zweite Halbjahr. Damit wir uns merken können, in welchem Halbjahr wir uns gerade befinden, haben wir jeweils eine Übersichtskarte vor uns liegen. Auch wenn ich nur mit zwei anderen Mitspielern gespielt habe, fand ich das wirklich hilfreich.

Das erste Halbjahr dient dazu, Aktionen der Personen zu nutzen (Waren oder Vorteilsplättchen zu sammeln).

Im zweiten Halbjahr werden mit den Personenkarten (opportunistische) Verbindungen zu neuen Personen aufgebaut und die damit verbundenen Aktionen durchgeführt. Er legt den Religionsstein und kann so vielleicht seine Vorherrschaft ausbauen – oder es gibt einen Religionskonflikt (hier kommt die Fackel ins Spiel), bei dem bisherige wirtschaftliche Vorteile verloren werden und die Herrscher mit der Religionsmehrheit profitieren.

Dann folgt der zweite Teil des zweiten Halbjahrs – die Aktionsleiste. Hier werden Aktionen sofort durchgeführt. Hier können Waren erhalten oder verkauft werden, Religionen ausgetauscht werden, um Mehrheiten zu erhalten oder zu verhindern oder Siegpunkte erhalten werden, um auf der Leiste der Siegpunkte vorzurücken.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler 50 Siegpunkte erreicht hat – das hat bei uns aber keine 90 Minuten gedauert.

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Was ist toll?

Das Spiel ist mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Das fiel mir beim Spielplan und den Personenkarten sofort auf. Ich fand sehr unterhaltsam, dass der Spieler beginnt, der zuletzt in einer Kirche war. Das fand ich großartig (nicht nur, weil ich es war) – immerhin geht es im Spiel um Konfessionskonflikte. Außerdem gefiel mir sehr gut, dass das erste Kapitel des Romans „Das Fundament der Ewigkeit“ dem Spiel beigelegt ist. Die Geschichte wird für das Spiel nicht benötigt, aber so wird aus meiner Sicht ein Spiel zum Buch perfekt abgerundet.

Was könnte besser sein?

Ich fand es trotz der Übersichtskarten nicht ganz einfach, mich zu erinnern, in welchem Halbjahr wir gerade spielen. Die Farben der Würfel sind nicht ganz einfach auseinander zu halten. Sowohl bei Rot-Grün-Sehschwäche als auch wenn das Licht ein bisschen gedimmt ist – und wer will schon bei voller OP-Saal-Beleuchtung spielen?

Die Regeln sind sehr umfangreich. Mit etwas Routine wird das deutlich verständlicher, dennoch haben wir auch während des Spiels immer wieder nachgeschlagen.

Fazit: Wer könnte an dem Spiel Spaß haben?

Mich hat „Das Fundament der Ewigkeit“ ein bisschen an die Siedler von Catan erinnert. Auch hier muss der Spieler strategisch vorgehen und etliche Spielzüge im Voraus denken. Die Handelshäuser brachten einen Hauch von Monopoly-Atmosphäre ins Spiel.

Man sollte auf jeden Fall etwas Geduld mitbringen, denn die Erklärungen und Regeln sind 11 Din A4-Seiten lang. Nach dem ersten oder zweiten Spiel wird alles logischer und wir haben begonnen, zu überlegen, mit welcher Strategie man relativ sicher gewinnen könnte.

Es ist zwar ein Strategiespiel, aber es ist so aufgebaut, dass man durchaus auch ein Quäntchen Glück braucht, um zu gewinnen.

Daher gebe ich dem Spiel vier von fünf Religionssteinen – was denn sonst?

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