Über die Kunst, etwas ganz Neues zu schaffen

Bildquelle: „Creativity“ von Lauren Finkel auf Flickr.

Es müsste etwas geben…

Vor ein paar Tagen erzählte mir jemand die Geschichte, warum ein Luftfahrt-Unternehmen gegründet wurde. Eine Situation kam auf, jemand benötigte eine Lösung – aber es gab keine. Mit „da müsste es doch etwas geben,“ begann die Gründungsgeschichte. Heraus kam ein erfolgreiches, international tägiges Unternehmen.

Die besten Ideen entstehen oft aus Situationen, in denen wir eine Lösung brauchen, die es noch nicht gibt. Aber woher kommen sie? Um neue Ideen zu generieren, braucht es Mut und Kreativität sowie das Quäntchen Flausen im Kopf, um auch auf den ersten Blick komisch wirkende Gedanken nicht sofort zu entsorgen.

Die „drei B“ und die Lösung von Problemen

Mit Volontären und Praktikanten mache ich gerne Übungen, um den Wortschatz zu erweitern. Am liebsten mache ich das per Assoziation (Worte von A-Z zum Thema Kaffeepause) oder mit Synonymen (15 Begriffe für „reden“). Je öfter wir das machen, umso besser werden wir alle. Alles eine Frage der Übung. Geht das auch mit Kreativität?

Es gibt Orte, die für Problemlösungen und Ideen bekannt sind. Die drei „B“: Bett, Bad, Bus. Da wir uns dort auf nichts sonst konzentrieren müssen (vorausgesetzt, wir sind nicht der Busfahrer), kann unser Unterbewusstsein nach Lösungen suchen, während wir uns die Haare waschen. Wir lösen dort in Minuten Probleme, an denen wir tagsüber am Schreibtisch stundenlang zu knabbern haben. Wieso sind wir dann nicht ständig kreativ?

Haben wir verlernt, zu spielen?

Der Nordeuropäer gilt im Vergleich zu Nordamerikanern oder Südeuropäern gern als ein bisschen spießig und der Deutsche als Paradebeispiel. Auf mich wirkt es häufig so, als würden sich die Menschen in anderen Ländern mehr trauen – gerade bei der Unternehmensgründung – und als hätten sie weniger Angst davor, zu scheitern. Vor ein paar Tagen las ich dazu einen Artikel der ApothekenUmschau. Darin wird Professor Sascha Friesike zitiert, der sich in seiner Forschung unter anderem mit Kreativität und Innovation beschäftigt. Er sagt, dass in Zentraleuropa Arbeit stark mit dem Ernst des Lebens, Kreativität aber eher mit Spielen verbunden wird. Bei uns sei Kreativität eher negativ belegt. Schade eigentlich.

Heute haben wir unsere Praktikantin verabschiedet. Als einen Ratschlag für die Zukunft gab ich ihr mit, sich immer zu trauen, ihre Ideen vorzutragen. Denn wer eine gute Begründung für eine Idee hat, liegt ja per se nicht falsch. Im kreativen Bereich von Kommunikation und Marketing gibt es meist keine richtigen und falschen Antworten. Kreativität ist – so auch Friesike – an die eigenen Fähigkeiten zu glauben.

Brainwriting

Wenn es um Ideenfindung in der Gruppe geht, filtern wir meist unsere eigenen Ideen schon, bevor wir sie vortragen. Eigentlich schade. Vielleicht gehen so manchmal die besten Vorschläge verloren. Um dem vorzubeugen, gibt es das Konzept der Brainwriting: Anders als beim Brainstorming werden die Ideen nicht mündlich vorgetragen, sondern auf Karteikarten geschrieben. Diese werden der Reihe nach in der Gruppe weitergegeben und die Idee auf der Karte von jedem Teilnehmer weiterentwickelt – so lange, bis es keine neuen Ideen mehr gibt. Dadurch, dass das anonym ist, traut sich jeder Teilnehmer, auch ungewöhnliche Vorschläge einzubringen. Bei der Themenfindung in der Mitarbeiterkommunikation vielleicht mal einen Versuch wert.

Wie kommt Ihr auf neue Ideen? Wo ist Euch eine ungewöhnliche Lösung eingefallen? Seid Ihr privat kreativer als beruflich?

 

 

 

 

 

 

 

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